Dienstag, 12. Juni 2007

asuncion #5

THE SANTA ROSA DIARY Evelyn, Moni, Judith, Martha und Tanja reiten von Santa Rosa nach Nueva Germania. Dort angekommen zeigt mir Flora ihren Sauerampfer und laesst mich kosten. Naja, sauer halt. Damals und heute in der Kolonie Rio Verde. 2006 war’s warm genug um mal auszutreten. Genau ein Jahr spaeter: Nur nichts ablegen, es ist schweinekalt. Das sind Rio Verdes Soehne und Toechter – wie ein Ei dem anderen. Nein, wir sind nicht auf der Flucht, wir schauen nur so aus. 6° Celsius. Nicht ohne meine 6 Schichten Kleidung! Behaupten wir mal der Zwiebel-Look ist wieder „in“. Die Fahrt mit der Faehre um in die Mennonitenkolonie Volendam zu gelangen, hat uns irgendwie inspiriert. Evelyn gondelt und ich versenke die Schifferl. In Volendam bleiben und frieren wir zwei Tage. Immer dabei: Ex-Mennonitin und Plattdeutsch-Dolmetsch Lisa (vergleiche w1/9/2005). Und ploetzlich! Glueckshormone greifbar nahe! Loeffel und Brotaufstrich werden herumgereicht wie der feinste Tereré und wir schmatzen bis das Kariesmanderl kommt. Ah, da ist es schon. Nach etlichen netten Gespraechen und ein paar Frostbeulen machen wir uns Tags darauf in der Daemmerung auf den Heimweg nach Santa Rosa. Auf zu neuen Ufern, ueber Sandstraßen und Schlagloecher. Kurz bevor der Erdweg zur Asphalt-Ruta wird, zaehlen wir im Auto schon stark geschuettelt, nicht geruehrt, den Countdown, der beim Eintritt auf zivilisierten Boden zu gewaltigem Freudengeschrei wird. Die Goldies - meine lieben Unterkunftsgeber in Santa Rosa. Markus demonstriert wie man nach einem harten Tag ganz easy wach bleibt. Chips vor dem Essen? Jo, seid’s ihr narrisch? Markus ist empoert. Aber was ist das? Mit Schoki spielt man nicht. Ich bin empoert.

asuncion #4

Asche auf mein Haupt... obwohl Dreck und Staub Asuncions reichen eigentlich auch schon. Lo siento, dass ich euch und diese Seite so vernachlaessigt habe, aber ich gondel durchs ganze Land. Hitze und Kaelte (jaja, hier gibt’s bei minus 3 Grad statt Warmwasser und Heizung nur Waermeflasche und Schnaps) haben auch ihre Spuren hinterlassen - hatschi. Aus Gruenden vermindeter Zeit und Kraft mutiert dieser Blog kurzerhand zum elektronischen Bilderbuch. Den Text, also ausgeschmueckte Beschreibungen und tiefschuerfende Erklaerungen liefer ich bestimmt einmal muendlich nach. Seguramente... Meine erste laengere Reise hat Madita und mich in den trockenen Chaco gefuehrt, um Ingrid zu besuchen, die 2006 mit uns in einer WG in Asuncion gelebt hat. Dass wir hier noch lachen koennen ohne zu platzen! Bei einem Asado – ein paraguayisches BBQ - wird gewoehnlich ein halbes Schwein und halbes Rind verspeist. Muy rico - schmeckt gut. Am naechsten Tag heisst’s deswegen lange Sandstrassen abgrasen um das Fett wieder von den Rippchen runter zu kriegen. Bei so viel Country Style geht glatt das Cowgirl mit mir durch – jiiiihaa! Freundliche Menschen soweit das Auge reicht.... ... obwohl mein „Adlerauge“ nach ein paar Fahrten ueber Schlagloecher mit ganz viel Matsch und Wasser drin gar nicht mehr so viel wahrnimmt, zumindest nicht durch dieses Fenster. Meister Propper dringend gesucht. Ein typisch paraguayisches NH. Madita spricht beim einzigen anwesenden Wohnungsinhaber vor. Ob da noch ein „Schaf“ draus werden kann? Ah, da sind sie alle! Paraguayer sind die hilfsbereitesten Menschen ueberhaupt. Und ein Volk, das konsequent nach einem Motto lebt: Ihr Kinderlein kommet! Auch das sind nicht alle Familienmitglieder. Ingrid und ich haben einen sehr netten Vormittag da verbracht. Den naechsten Halt haben Madita und ich in O’Leary bei Lauren, Lukas, Silke, Lars und Co. gemacht. Dieses kleine Nest liegt nicht weit von der Gaunerstadt Ciudad del Este. Ciudad del Este ist eine Handelsmetropole und fuer den enormen Schmuggel nach Brasilien bekannt. Dieser Herr wird auch bald an einem verspannten Buckel laborieren. Was er da traegt und wohin er es bringt? I wues gor ned wissen... Darf ich vorstellen? Das ist die Puente de Amistad, die Freundschaftsbruecke zwischen Brasilien und Paraguay. Die beiden Amigas treiben ihre Spielchen mit den armen Leuten die endlich raus wollen aus der dritten Welt – ins gelobte, weil saubere Land Brasilien. Wieder zurueck in der Hauptstadt, meiner Homebase Asuncion Alemana. Bei einem Bummel durchs Zentrum bloedeln wir im indianischen Madame Tussauds. Beiss, Struppi! In der Stadt haben wir ein Irish Pub gefunden und das hier ist mein erstes Bier ueberhaupt – oid hab ich werden muessen! Madita musste leider frueher abreisen als geplant und versucht grad Zimmer, Kuchl und Kabinett in ihr Koefferchen zu verfrachten. Liebe Gruesse in den Westerwald! Hasta pronto!

Samstag, 14. April 2007

asuncion #3

Rechtzeitig zum Memorial ist der Saal, an dem herumgepinselt und geschliffen wurde, fertig geworden. Manuela, die mit ihrem Bruder aus Independencia angereist ist, konnte gleich die neue Pracht bestaunen und "markiert" hier mit mir unser persoenliches Gebiet. Ein paar Geckos tummeln sich immer ganz gern auf unserem Balkon und turnen locker laessig auf der Waescheleine herum. Diesen wagemutigen Artisten musste ich einfach festhalten, der hat - als er nur noch mit den Hinterbeinchen am Seil gebaumelt ist - richtig grosse Augen bekommen. Hihi. Beim letzten Grosseinkauf von Pfannen und Toepfen fuer die WG hat mich ein Gewitter ueberrascht. So bin ich dann zu Hause angekommen... jenseits von Afrika. Anfang April genossen wir einen schoenen deutschen Kongress mit 212 Anwesenden (112 davon waren beim Pio-Seminar!). Waehrend die Maedels grinsen, machen die Saubermaenner sauber. Olé! Die willkommene Erfrischung in der Pause: Tereré mit eiskaltem Limettenwasser. Doch auch das will gelernt sein: Wer uebermuetig einschenkt, begiesst das Gegenueber. Nach reichhaltigem brain food, meldet sich der Magen. Der wird entweder bei einem Buegelbrett-Candlelight-Dinner unter Sternen... ... oder beim Lieblingsmexikaner "Sol Azteka" besaenftigt. Heute abend gehts mit dem Nachtbus in die "paraguayische Wueste", in den Chaco, um moderne Mennoniten zu finden. Und weils dort ca. so aussieht, werde ich mich erst wieder melden, wenn ich meine Homebase Asuncion erreiche. Bis dahin, alles Liebe.

Freitag, 9. März 2007

asuncion #2

Mitte Maerz hat sich meine Zimmerpartnerin Denise Richtung Mennonitengebiet Santa Rosa aufgemacht. Hier wird sie gerade von Evelyn und den goldigen Goldmanns in Wauzibegleitung abgeholt und mit Sack und Pack verladen. Denise’ Abschied von der Zivilisation haben wir vor ihrem Umzug noch schnell im Cafe Havanna gefeiert und ich musste mich mit einem „Pie Limon“ (ein super guter Zitronenkuchen, allerdings auch super klebrig) troesten. Waehrend wir so im Schokotaumel in uns hineinmampfen, spricht uns die Dame rechts an und will wissen ob wir uns nicht mit dem „Waschtrog-Stapel“ (das nennen sie hier Arte und wird fuer 600 US-Dollar verkauft) fuer die nationale Zeitung „La Nacion“ fotografieren lassen wollen. Vergeblich haben wir uns geziert: Jetzt glauben die Paraguayer halt, Europaeerinnen sind gefraessig und rennen immer in Shorts rum. Der nette Ausblick von unserem Balkon ueber Asuncion... und ein paar Impressionen vom Dienst im huebschen Aussengebiet Piribebuy und Umgebung... ... unter gar widrigen Umstaenden: Entlaufene Haustiere Entlaufener Balg aka los Fratzos Zuviel Hitze in dieser Stadt Strassenecken mit Fussbad Und verschlossene Tueren Wer aber immer brav Tuer und Tor oeffnet ist Frau Kiefer, eine nette, wissbegierige Lady die neben anderem Federvieh Unterkunftgeberin dieser fuersorglichen Hendlmama ist (unter den Chicken Wings stehen ein paar Kueken, die vor Regentropfen fluechten). Meine Zimmerkollegin vom letzten Jahr Madita ist wieder da! Wir glaenzen am gut besuchten Flughafen wie die Speckschwarteln – aber was soll’s, bei rund 40 Grad und ueber 80% Luftfeuchtigkeit wird jeder fluessig. 3/4 der WG machen’s sich gemuetlich. Die Renovierung unseres Saales ist fuer Tischler Kevin Grund genug die Tuer auszuhaengen... ... und fuer mich sie abzubeizen und danach fast zu Schrott zu spachteln. Tja, ich bin halt wirklich die Tochter meines Vaters. Ein Bussi an Papa, den Beinahe-Heimwerker-King! Brrr. Der Schwiiiiizer, nein - kein Schwitzer, Reto zieht inzwischen farblich neue Seiten auf. Und weil die Burschen so schwer geschuftet haben, duerfen sie danach sogar ohne Krawatte zum Book Study