Freitag, 9. März 2007

asuncion #2

Mitte Maerz hat sich meine Zimmerpartnerin Denise Richtung Mennonitengebiet Santa Rosa aufgemacht. Hier wird sie gerade von Evelyn und den goldigen Goldmanns in Wauzibegleitung abgeholt und mit Sack und Pack verladen. Denise’ Abschied von der Zivilisation haben wir vor ihrem Umzug noch schnell im Cafe Havanna gefeiert und ich musste mich mit einem „Pie Limon“ (ein super guter Zitronenkuchen, allerdings auch super klebrig) troesten. Waehrend wir so im Schokotaumel in uns hineinmampfen, spricht uns die Dame rechts an und will wissen ob wir uns nicht mit dem „Waschtrog-Stapel“ (das nennen sie hier Arte und wird fuer 600 US-Dollar verkauft) fuer die nationale Zeitung „La Nacion“ fotografieren lassen wollen. Vergeblich haben wir uns geziert: Jetzt glauben die Paraguayer halt, Europaeerinnen sind gefraessig und rennen immer in Shorts rum. Der nette Ausblick von unserem Balkon ueber Asuncion... und ein paar Impressionen vom Dienst im huebschen Aussengebiet Piribebuy und Umgebung... ... unter gar widrigen Umstaenden: Entlaufene Haustiere Entlaufener Balg aka los Fratzos Zuviel Hitze in dieser Stadt Strassenecken mit Fussbad Und verschlossene Tueren Wer aber immer brav Tuer und Tor oeffnet ist Frau Kiefer, eine nette, wissbegierige Lady die neben anderem Federvieh Unterkunftgeberin dieser fuersorglichen Hendlmama ist (unter den Chicken Wings stehen ein paar Kueken, die vor Regentropfen fluechten). Meine Zimmerkollegin vom letzten Jahr Madita ist wieder da! Wir glaenzen am gut besuchten Flughafen wie die Speckschwarteln – aber was soll’s, bei rund 40 Grad und ueber 80% Luftfeuchtigkeit wird jeder fluessig. 3/4 der WG machen’s sich gemuetlich. Die Renovierung unseres Saales ist fuer Tischler Kevin Grund genug die Tuer auszuhaengen... ... und fuer mich sie abzubeizen und danach fast zu Schrott zu spachteln. Tja, ich bin halt wirklich die Tochter meines Vaters. Ein Bussi an Papa, den Beinahe-Heimwerker-King! Brrr. Der Schwiiiiizer, nein - kein Schwitzer, Reto zieht inzwischen farblich neue Seiten auf. Und weil die Burschen so schwer geschuftet haben, duerfen sie danach sogar ohne Krawatte zum Book Study

asuncion #1

Mi casa es tu casa - my home is your home. In dem Fall gehoert’s gar nicht mir, ich wohne aber trotzdem drin. Und zwar im zweiten Stock mit acht anderen Maedels und Gratis-Regenwasser im Schlafgemach wenn’s wieder mal ein bissl reintroepfelt.
Die Umgebung bietet witzige Flora und Fauna, wie diesen Rastafari-Baum. Vielleicht sind’s aber auch Dreadlocks, das weiss keiner so genau. Denn die Paraguayer sagen prinzipiell auf jede Frage: No lo se – „I wass net". Schon von klein auf.
Lustige Tierchen, wie dieser chaotische Coati, kreuzen auch unseren Weg. Dass er von uns mit einem Streichelbeduerfnis, das man sonst nur einer Hauskatze entgegen bringt, bedacht wurde, hat ihn allerdings ein wenig in Stress versetzt und sofort wieder Siesta halten lassen.
Mit Eberhard hab ich wieder Mal Halt im Bethel Asuncion gemacht... ... und mir von Conny alles ganz genau zeigen lassen... ... auch das "Wichtigste": Das Bethel-Hendl! Eine gute Mahlzeit auf einem sauberen Teller ohne Pestizide, Parasiten oder anderen etwaigen Nebenwirkungen. Ole! Jobmaessig geht man’s „tranquilo" an. Immer schoen langsam – bei 40 Grad auch sehr zu empfehlen: Christian predigt ein Lied...
... Denise und ich arbeiten an den Punkten „Persoenliche Erscheinung" und „Begeisterung"...
... und Erwin meint: „Kein Interesse? Das lass’ ich nicht durchgehen."
Ansonsten business as usual: Wir gehen nicht, wir marschieren.
Was wir sonst tun? Gemaess 2. Thes. 3:10 und dem Arbeitspensum hier, futtern wir uns fuer die kaelteren Wintermonate Juni, Juli, August einen Wamst an... ich befinde mich bereits im fortgeschrittenem Stadium.

Zum Relaxen danach sucht man sich am besten ein schattiges Plaetzchen...

... um erneut Energie fuer weitere Haeuserblocks zu tanken. Wenn’s dann finster wird, bleibt nur noch eine Frage: Haben Sie Asuncion schon bei Nacht gesehen? Haben Sie das schon erlebt? ... to be continued.